Was ist der Sinn des Lebens?

Über diese Frage wurden Zigtausende Seiten geschrieben. Endlos viele Videos produziert. Philosophen brüten seit Menschengedenken über diese große Frage.
Und es ist keine abstrakte Frage, die nur die alten Griechen oder längst gestorbene Philosophen herumgetrieben hat. Bis heute noch stellen sich sehr viele Menschen auf der ganzen Welt die Sinnfrage.
„World Values Survey“ ist eine der größten und wichtigsten Institutionen im Bereich der Meinungsumfragen. Sie hat zwischen 2005 und 2009 eine Studie durchgeführt, aus der interessante Beobachtungen gemacht werden können.
Eine der Fragen, die gestellt wurde, war: „Wie oft denkst du über die Bedeutung und den Sinn des Lebens nach?“
Auf diese Frage antworten in Westeuropa insgesamt 77 % mit „Oft“ oder „Manchmal“. In Osteuropa kommt man im Durchschnitt ebenfalls auf 77 %. In islamischen Ländern (dazu gehören in diesen Umfragen alle, in denen mehr als 50 % Muslime leben) sind es 83 %, die mit „Oft“ oder „manchmal“ antworten. In Subsahara-Afrika sind es 89 %. In Lateinamerika 81 % und in Asien 88 %.
Man muss dazu sagen, dass die zusammenfassenden Ergebnisse der Kontinente oder größeren Regionen, hier im richtigen Verhältnis gesehen werden müssen, da hier nur die Prozentzahlen der verschiedenen Länder miteinander verrechnet wurden. Allerdings nicht die absolute Zahl an Menschen.
Aber selbst wenn wir nur die absoluten Zahlen von Menschen miteinander verrechnen, wird eine Sache überdeutlich: Die Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten, vielerorts sogar die absolute Mehrheit, denkt regelmäßig über die Frage nach dem Sinn des Lebens nach.
Und nicht nur beim Nachdenken über diese Frage, machen Menschen deutlich, dass Sie diese relevant finden. Der Mensch ist ein auf Sinn angelegtes Wesen.
Langzeitarbeitslosigkeit kann Menschen in echte Sinnkrisen stürzen – nichts zu haben, worauf man hinarbeitet, woran man mitwirkt. Das ist etwas, dass Menschen in Depressionen stürzt.
Wer längere Zeit in einem Altenheim verbracht hat, kann genau das beobachten: Wie viele Menschen, nur noch aufs Sterben warten und keinen Sinn mehr darin erkennen, morgens aufzustehen.
Ich habe ein FSJ in einem Altenheim gemacht und gesehen, wie viele (nicht alle) resigniert da hängen.
Der Mensch ist ein auf Sinn ausgerichtetes Leben. Er will nicht nur arbeiten, essen und schlafen. Es reicht nicht aus, jemanden satt, sauber und trocken zu machen, um ihm das Gefühl zu geben, sein Leben hat eine Bedeutung. Wir Menschen sind sinnhafte Wesen.
Also: Was ist der Sinn des Lebens? Es ist eine alte Frage. Aber, wie wir sehen, auch eine zeitlos aktuelle Frage. Man könnte die Frage auch auf andere Art formulieren: Welchen Zweck hat mein Leben?
Zweck ist ein Synonym zu „Sinn“. Und der Zweck oder die Bestimmung einer Sache haben immer etwas zu dem mit einem Ziel von dieser.
Der Zweck eines Biologiebuches ist es, Wissen über Biologie zu vermitteln. Das war das dahinterliegende Ziel, dazu wurde es geschrieben. Der Zweck einer U-Bahn ist es, Menschen von einem Ort zu anderen zu bringen. Dazu wurde diese U-Bahn geschaffen. Der Zweck, oder die Sinnhaftigkeit einer Sache, hängt also entscheidend mit der Intention des Designers zusammen, der sie erschaffen hat.
Und so kann man natürlich sehr leicht und sehr schnell die Brücke zu der Gottesfrage schlagen. Denn es liegt auf der Hand, dass mit der Existenz eines Designers, auch eine Zweck- oder Sinnhaftigkeit des von ihm designten zusammenhängt.
Darum ändert die Frage, ob Gott existiert, alles.
Wenn ein Gott in der Art und Weise, wie ihn die Bibel beschreibt, existiert – dann ändert das alles.
Den Blick auf uns, unsere menschliche Existenz.
Den Blick auf die Existenz unseres Universums.
Den Blick auf Existenz selbst.
Wenn ich die Welt mit der Brille anschaue, dass Sie von einem Schöpfer erschaffen und geformt wurde, der Sie von sich ausgehend und zu sich hin geschaffen hat, dann hat das eine Vielzahl an Implikationen. Es ist logisch: Wenn Gott existiert, dann ist er die allerbeste Quelle, um uns die Frage nach dem Sinn unseres Lebens zu beantworten.
Und ich würde behaupten: Die Frage, was der Sinn des Lebens ist, ergibt nur dann Sinn, wenn unser Leben von jemandem geschaffen, gemacht wurde. Also dann, wenn Gott existiert. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, ist nur sinnvoll, wenn Gott existiert.
Viele haben das verstanden. Ich bin in der Vorbereitung auf dem Kanal eines Philosophen gelandet, der die Frage nach dem Sinn des Lebens, als in der Philosophie ad acta gelegt, betrachtet. Zumindest in der Form, wie ich sie hier gestellt habe. Nach -dem-Sinn des Lebens beschäftigten sich noch die Religionen, aber für alle anderen gilt, sich selbst einen Sinn zu suchen. Einen eigenen Sinn.
Statt zu sagen, „Der Sinn des Lebens ist xyz“ sagen viele: „Mein Sinn im Leben ist das und das..“
Viele grenzen die Frage nach einem universalen Sinn, ein auf den persönlichen Lebenssinn. Und das können dann, je nach Person, ganz verschiedene Dinge sein, Z. B.
- Für die eigene Familie da sein
- Für Menschenrechte kämpfen
- Eine erfolgreiche Karriere hinlegen
- Das Leben zu genießen..
Menschen sprechen oft lieber von „ihrem“ Sinn, als von „dem“ Sinn.
Denn wenn es „den“ Sinn gibt, dann legt das auch nahe, dass es einen Maßstab gibt, an dem bemessen wird, ob man gemäß diesem Sinn lebt, oder nicht.
Und das würde den Verlust der persönlichen Freiheit bedeuten, selbst bestimmen zu können, wie man leben will.
Deswegen gibt es Menschen, die die Vorstellung, dass es nicht den einen großen Sinn im Leben gibt, sogar als regelrecht befreiend empfinden.
Damit können Sie ihr eigener Gott sein und selbst festlegen, wofür Sie leben wollen.
Keine Bestimmung im Leben zu haben, befreit einen dazu, seinen Sinn selbst zu kreieren.
Wenn Menschen sagen ‚mein‘ Sinn im Leben“, dann sagt das aus, dass ihr persönlicher Lebenssinn nicht an einen größeren, ultimativen Sinn geknüpft ist.
Wenn man von „dem“ Sinn des Lebens spricht, dann impliziert das einen größeren Gesamtzusammenhang. Eine universale Wahrheit. Eine Konstante, von der aus definiert wird, was der Sinn ist.
„Den“ Sinn kann es nur geben, wenn es bestimmte Konstanten gibt, die einen Rahmen vorgeben.
Und wenn „der“ Sinn des Lebens x ist. Dann schramme ich an ihm vorbei, wenn ich mein Leben von y bestimmen lasse.
Aber der Punkt ist:
Von „meinem“ Sinn zu sprechen, beantwortet die Frage nach dem Sinn nicht.
Die Frage ist eigentlich viel mehr, ob es „den“ Sinn wirklich gibt.
Denn wenn es „den“ Sinn nicht gibt, dann ist die Suche nach dem eigenen Sinn reiner Selbstbetrug.
Wenn ich sage: „Mein Sinn im Leben ist es Familie, Karriere, für Demokratie zu kämpfen“ dann verknüpfe ich den Lebenssinn immer in einen direkten Zusammenhang mit einer bestimmten Sache.
Mit der Familie… Mit Karriere … Mit politischen Entwicklungen …
Mein Lebensglück. Mein Sinn im Leben – hängt dann an dieser einen Sache…
Aber wenn jetzt auch hinter dieser Sache kein ultimativer Sinn steckt – wie sinnhaft ist dann mein eigener Sinn?
Wenn mein Sinn darin besteht, mich in meine Familie hineinzugeben – dann ist mein Lebensglück daran geknüpft, ob es dieser gut geht …
Sterben meine Frau und Kinder bei einem Autounfall, ist alles, worauf mein Leben aufgebaut war, plötzlich weg.
Besteht mein Sinn darin, Spaß zu haben, das Leben zu genießen, dann ist mein Leben plötzlich sinnlos, wenn mich der Bus anfährt und ich querschnittsgelähmt an das Bett gefesselt bin.
Ein Sinn im Leben, der Gott ausklammert, ist nicht nur vergänglich. Er ist auch wackelhaft.
Ein säkularer Sinnansatz ist angesichts des Lebens, in dem wir stecken, extrem leicht verletzbar.

